Belichtung (2): So nutzen Sie die Belichtungskorrektur

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So nutzen Sie die Belichtungskorrektur

Belichtung

Sind auch Ihre Fotos manchmal zu dunkel oder zu hell, obwohl Sie die Belichtungsautomatik benutzen? Dann sind Sie nicht alleine. Belichtungsfehler bringen anfangs viele passionierte Fotografen zum Verzweifeln. Die Ursache ist, dass die Kameraautomatik Blende und Verschlusszeit auf Basis eines Standardwertes ermittelt. Und dieser entspricht eben häufig nicht dem, wie der Fotograf eine Szene wahrgenommen hat.

Selbst professionelle Spiegelreflexkameras, die mit den besten Bildprozessoren ihrer Zeit ausgestattet sind, können die Belichtung nicht exakt so berechnen, wie sich der Fotograf das Bildergebnis vorstellt.

Was müssen Sie im Fall einer Fehlbelichtung tun?

Zum Glück bieten fast alle Kameras die Möglichkeit, die Belichtung manuell zu korrigieren. Die Funktion zur Belichtungskorrektur wird bei den meisten Kameras mit einem »+/–«-Symbol gekennzeichnet. Die entsprechende Taste oder Tastenkombination ist bei Einsteiger-Systemkamera wie professionellen Spiegelreflexkameras in der Regel relativ leicht mit dem rechten Daumen oder Zeigefinger zu erreichen – ein Hinweis darauf, wie häufig auch erfahrene Fotografen die Belichtungskorrektur in Anspruch nehmen.

Wie erreiche ich eine korrekte Belichtung?

Prinzipiell ist das ganz einfach: Erscheint das Bild zu dunkel, stellen Sie über die »+/–«-Funktion einen positiven Wert ein. Ist das Bild zu hell, wählen Sie einen negativen Wert. Ein guter Startpunkt ist ein Korrekturwert von +2/3 EV oder -2/3 EV.

An dieser Stelle machen wir einen kleinen Exkurs in die Theorie: Die Abkürzung EV steht für Lichtwert (eng. Exposure Value). Jede Einheit auf der Lichtwert-Skala markiert je nach Lesart eine Verdoppelung oder Halbierung der Lichtmenge. Analog dazu ist die Blenden- und Verschlusszeitenreihe aufgebaut. Öffnen Sie die Blende zum Beispiel von f/8 auf f/5,6 entspricht dies einer Verdoppelung. Gleiches gilt, wenn Sie die Verschlusszeit von 1/125 auf 1/60 Sekunde verlängern. Was ist mit den Werten dazwischen, beispielsweise f/6,7 oder 1/100 Sek.? Sie kennzeichnen halbe oder Drittel-Lichtwertstufen.

Korrigieren Sie die Belichtung anfangs etwa nur um einen Zweidrittel-Lichtwert (plus oder minus). So minimieren Sie das Risiko einer zu starken Unter- oder Überbelichtung. In vielen Fällen reicht diese Korrektur bereits aus, um den gewünschten Belichtungseffekt zu erreichen. Überprüfen Sie das Ergebnis auf dem Display, und erhöhen Sie die Korrektur, falls das Bild weiterhin zu dunkel oder zu hell erscheint.

Bei einem Korrekturwert von mehr als einem Lichtwert sollten Sie generell vorsichtig sein. Hierbei kann es zu zugelaufenen Schatten oder ausgefressenen Lichtern kommen. Kontrollieren Sie nach der Aufnahme das Histogramm, um sicherzugehen, dass die Zeichnung in den bildwichtigen Bereichen erhalten bleibt.

Mit diesem Wissen sind Sie nun in der Lage, die Belichtung jederzeit präzise zu korrigieren. Nicht nur bei extremen Lichtverhältnissen. Sie werden überrascht sein, in wie vielen Situationen Sie die Korrektur fortan nutzen können, um ihren Aufnahmen eine kreative, persönliche Note zu verleihen.

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