Schärfentiefe optimal wählen

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Schärfentiefe optimal wählen

Die Bildschärfe zählt zu den wichtigsten Gestaltungsmitteln des Fotografen. Was im Bild scharf und unscharf abgebildet wird, entscheidet allerdings nicht nur der Fokus. Auch die Blendenöffnung hat maßgeblichen Einfluss darauf. Über sie wird die Schärfentiefe geregelt, also die Zone räumlicher Tiefe, in der Gegenstände vom menschlichen Auge als scharf wahrgenommen werden.

Die Größe der Schärfentiefe ist direkt abhängig von der Blendenöffnung. Dabei gilt: Je größer die Blende, desto kleiner die Schärfentiefe – und umgekehrt. Bei offener Blende ist die Schärfenzone also deutlich kleiner als bei geschlossener Blende.

Unscharfer Hintergrund

Anhand eines einfachen Beispiels können Sie das sehr schnell selbst ausprobieren. Stellen Sie die Kamera mit einer leichten Telebrennweite (z.B. 60mm oder 100mm) auf ein Stativ und fokussieren Sie einen Gegenstand in etwa zwei bis drei Meter Entfernung. Wenn Sie jetzt in den Sucher blicken, sollte sich das scharfe Hauptmotiv klar vor dem unscharf erscheinenden Hintergrund abheben. Stellen Sie die Kamera auf Zeitautomatik (A/Av), und wählen Sie eine große Blende (= kleine Blendenzahl). Nun schließt sich die Blende bei der Aufnahme nur geringfügig, sprich die Schärfentiefe ist besonders groß. Schießen Sie eine Reihe von Bildern, wobei Sie die Blende mit jeder Aufnahme um einen Blendenwert schließen, also zum Beispiel f/2,8, f/4,0, f/5,6, f/8 und so weiter. Die Kamera passt die Verschlusszeit für eine korrekte Belichtung automatisch an. Bei sehr kleinen Blendenöffnungen kann sich unter Umständen eine mehrere Sekunden lange Belichtungszeit ergeben.

Blende, Brennweite und Einstellentfernung

Betrachten Sie anschließend die Bildergebnisse. Achten Sie besonders auf die Details im Hintergrund, die mit jedem Bild deutlicher in Erscheinung treten. Bei welcher Aufnahme wirkt das Verhältnis zwischen Vorder- und Hintergrund optimal?

Die Schärfentiefe wird nicht nur über Blende, sondern auch von der Einstellentfernung (Distanz zwischen Kamera und Objekt) sowie der Brennweite beeinflusst. Dabei gelten die beiden folgenden Grundregeln:

  1. Je näher sich das Hauptmotiv zur Kamera befindet, desto unschärfer erscheint der Hintergrund.
  2. Je länger die Brennweite, desto stärker löst sich der Hintergrund in Unschärfe auf.

Beachten Sie dies beispielsweise bei Porträtaufnahmen: Mit einem lichtstarken Teleobjektiv erzielen Sie die beste Freistellwirkung des Hauptmotivs.

Blendenreihe von f/2,8 bis f/11: Je kleiner die Blendenöffnung, desto mehr Details im Hintergrund werden sichtbar.
Bilder: Christian Schaffrin

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