Gegen das Licht fotografieren

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Gegen das Licht fotografieren

Halten Sie sich auch an die alte Fotografen-Regel, dass man immer mit dem Rücken zur Sonne stehen sollte? Dann vergessen Sie diese am besten ganz schnell! Denn, um richtig gute Bilder zu machen, müssen Sie häufig auf Konfrontationskurs mit dem Licht gehen.

Bei Landschaftsaufnahmen ist das Fotografieren gegen das Licht fast ein Muss, um stimmungsvolle Bilder voller Atmosphäre aufzunehmen. Bei einem morgendlichen Spaziergang an der Weinstraße konnten wir das wieder einmal feststellen. Die Bilder, die wir mit dem Licht machten, sind zwar schön ausgeleuchtet. Doch ihnen fehlt das gewisse Extra, sie wirken langweilig.

Ganz anders die Aufnahmen, bei denen wir die Kamera in Richtung der Sonne hielten. Hier leuchten die grünen Blätter der Weinreben regelrecht. Auch das Foto einer Mohnblume transportiert eine wunderbare Sommerstimmung, wenn das Licht die roten Blütenblätter durchleuchtet.

„Gegen das Licht“ zu fotografieren heißt natürlich nicht, direkt in die Sonne zu schießen. Das würde zu krassen Lichtreflexionen im Objektiv führen und ist auch für das Augenlicht nicht ungefährlich. Gemeint ist vielmehr, dass die Sonne von schräg vorne auf das Motiv scheint. Nur in Ausnahmefällen ist sie selbst im Bild zu sehen.

Um eine Unterbelichtung zu vermeiden, korrigieren Sie bei Gegenlichtaufnahmen den Messwert um +1/3 bis +2/3 EV. Wenn die Sonne selbst im Bild zu sehen ist, muss die Belichtungskorrektur meist noch etwas höher ausfallen. Achten Sie aber darauf, dass die Lichter nicht großflächig ausfressen. Ist dies der Fall und das Hauptmotiv trotzdem zu dunkel, ist das Licht zu grell und der Kontrast zu hoch. Kommen Sie, wenn möglich, später noch einmal wieder. Ideal für stimmungsvolle Gegenlichtaufnahmen ist die die Zeit unmittelbar nach Sonneaufgang und direkt vor Sonnenuntergang. Dann sind Licht und Schatten weniger hart.

Die Alternative zum Gegenlicht ist das Seitenlicht, das eine weitläufige Szenerie oder ein einzelnes Motiv sehr schön modelliert. Allerdings gilt auch hier, dass das Licht nicht zu hart sein sollte. Frühmorgens und am späten Nachmittag gelingen die besten Bilder.

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