Bildstabilisator richtig nutzen

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So gelingen maximal scharfe Bilder aus der Hand – und vom Stativ aus

Bildstabilisator richtig nutzen

Verwacklungen sind der häufigste Grund für unscharfe Bilder. Ursache hierfür ist eine unerwünschte Bewegung der Kamera während der Belichtungszeit. Je länger die Belichtung, desto anfälliger ist eine Aufnahme für Verwacklungsunschärfe. Mit einigen Tricks und mit Hilfe des VC-Bildstabilisators lässt sich das Risiko einer Verwacklung jedoch effektiv minimieren.

Als Faustregel gegen Verwacklungsunschärfe gilt seit jeher: Die Verschlusszeit sollte mindestens dem Umkehrwert der effektiven Brennweite entsprechen. Fotografiert man zum Beispiel mit einem 50mm-Objektiv und APS-C-Sensor sollte die Zeit demnach mindestens 1/80 Sekunde entsprechen (z.B. 50mm x 1,5 Crop = 75mm = min. 1/75 s). Oder besser: noch kürzer!

Das war einmal. Zwar kann die Regel weiterhin zur Orientierung dienen. Doch dank immer besserer Bildstabilisatoren lassen sich aus der Hand inzwischen auch bei deutlich längeren Verschlusszeiten scharfe Aufnahmen machen.

So ist sogar eine bis zu drei Lichtwerte längere Belichtungszeit kein Problem, wie unser Beispiel zeigt. Für eine Brennweite von 127mm wäre normalerweise eine Verschlusszeit von mindestens 1/125 Sekunde erforderlich. Mit Bildstabilisator gelingt uns ein ausreichend scharfes Bild sogar noch bei 1/15 Sekunde. Die folgenden Bilder sind 100 % Ausschnitte aus diesem Foto:

Vielleicht haben Sie es bereits im Technischen Glossar (1) auf unserer Webseite nachgelesen: Der VC (Vibration Compensation) Mechanismus wurde von Tamron entwickelt, um eine effektive Kompensation von Kameravibrationen zu gewährleisten. Er enthält ein VC-Element, das die Vibrationen durch Bewegungen parallel zur Bildebene mit Hilfe von drei Magneten ausgleicht. Wie das genau funktioniert, können Sie hier (1) nochmals nachlesen.

Bildstabilisator bei Stativaufnahmen
Wenn Sie mit Stativ fotografieren, sollten Sie den Bildstabilisator übrigens abschalten. Auf dem Stativ ist die Kamera ja bereits ausreichend fixiert, um Verwacklungen zu vermeiden. Hier kann der Bildstabilisator sogar kontraproduktiv wirken, wenn das VC-Element versucht, eine Bewegung auszugleichen, die es gar nicht gibt.
Wer Wert auf das absolute Maximum an Bildschärfe legt, sollte mit einem Makroobjektiv, Stativ, Fernauslöser und Spiegelvorauslösung fotografieren. Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen dies:

So erreichen Sie die maximale Bildschärfe! Alle Bilder Brennweite 135mm bei 1/4 Sekunde. Aufnahmen mit dem Tamron SP 90mm F/2.8 Di VC USD MACRO 1:1. 100 % Ausschnitt. Nikon D7000, 135mm (KB), 1/4 s, f/4, ISO 100

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