Welche Verschlusszeit ist optimal?

Diesen Beitrag teilen

Welche Verschlusszeit ist optimal?

Die Verschlusszeit regelt zusammen mit der Blende die Belichtung. Doch je nach Motiv ist nicht jeder Wert geeignet. Hier sind einige Tipps für bessere Bilder.

Die Dauer einer Fotoaufnahme wird Verschluss- oder Belichtungszeit genannt. Wenn Sie bei Ihrer Kamera weder einen Vollautomatik-Modus noch eine Zeitautomatik gewählt haben, müssen Sie wissen, welche Verschlusszeit Sie idealerweise einstellen. Denn haben Sie einen falschen Wert gewählt, kann eine Aufnahme möglicherweise verwackeln. Ein Problem, das gerade bei Aufnahmen ohne Stativ häufig auftritt.

Kehrwert der Brennweite

Die perfekte Verschlusszeit lässt sich ganz einfach über die Brennweite Ihres Objektivs und mithilfe des sogenannten Crop-Faktors berechnen. Der Crop-Faktor, auch Formatfaktor genannt, bezeichnet das Längenverhältnis der Bilddiagonalen gegenüber eines Vollformatsensors. Benutzen Sie eine Vollformatkamera ist der Crop-Faktor gleich 1; bei einer Kamera, die zum Beispiel einen kleineren APS-C-Sensor besitzt, beträgt der Crop-Faktor meist 1,5 (Nikon, Sony) oder 1,6 (Canon). Denn die Bilddiagonale eines Vollformatsensor ist länger als bei einem APS-C-Sensor.

Wenn Sie also den Crop-Faktor mit der eingesetzten Brennweite multiplizieren und vom Ergebnis den Kehrwert verwenden, erhalten Sie die benötigte Verschlusszeit. Kompliziert? Ist es nicht: Bei einer Objektiv-Brennweite von beispielsweise 55 mm und einem Crop-Faktor von 1,6 (also 55 mm x 1,6 = 88) beträgt der Kehrwert 1/88. Da es normalerweise keine Verschlusszeit von 1/88 Sekunden gibt, nehmen Sie einfach die nächstkürzere Verschlusszeit, also 1/100 oder 1/125 Sekunden.

Vorteil Bildstabilisator

Obwohl diese Formel für einen Fotografen praktisch ist, überaus notwendig ist sie mittlerweile nicht mehr. Denn heutzutage helfen Bildstabilisatoren dabei, Verwacklungen bei Aufnahmen zu vermeiden. Manche Kamerahersteller, zum Beispiel Sony oder Olympus, bauen die praktischen Helferlein direkt in die Kamera ein. Wo das nicht der Fall ist, kommt eine objektivbasierte Bildstabilisierung zum Zug. Tamron stattet seine Objektive mit dem sogenannten Vibration-Compensation-Mechanismus, auch VC-Mechanismus genannt, aus. Die Leistung ist enorm: Bis zu 4000 mal in der Sekunden können innerhalb eines Objektivs Vibrationen erfasst und ausgeglichen werden. (Mehr zum VC-Mechanismus von Tamron finden Sie hier: www.tamron.eu/de/service/glossar/)

Dank eines Bildstabilisators können Sie auch bei längeren Verschlusszeiten verwacklungsfreie Ergebnisse erzielen: Für unser Beispielfoto wäre (bei einer Brennweite von 55 mm und einem Crop-Faktor von 1,6) eine Verschlusszeit von 1/100 Sekunden angemessen – doch wir verwendeten eine längere Verschlusszeit von 1/15 Sekunden. Im vergrößerten Bildausschnitt sehen Sie, dass nahezu nichts verwackelt, wenn Sie den Bildstabilisator aktiviert haben.

Noch zwei wichtige Hinweise zum Schluss:

  1. Bei Aufnahmen mit Stativ bringt Ihnen ein Bildstabilisator nicht viel. Durch die Bewegungen des Stabilisators im Objektiv können möglicherweise sogar Verwacklungen hervorgerufen werden.
  2. Ein Bildstabilisator nutzt Ihnen nur bei eigens verursachten Verwacklungen. Möchten Sie einen Fußballspieler oder einen fliegenden Vogel fotografieren, ist eine sehr schnelle Verschlusszeit unerlässlich.

Ähnliche Artikel