„Die Fotografie ist der perfekte Ausgleich“

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Interview mit Tobias Kuhl

„Die Fotografie ist der perfekte Ausgleich“

Tobias Kuhl schreibt gerade an seiner Doktorarbeit an der Universität Bonn. Wenn ihm der Kopf vor lauter Fachliteratur brummt, geht er mit der Kamera und dem Tamron 150-600mm Super-Tele-Zoom raus in die Natur. Im Tamron-Blog gibt er Tipps, wie seine beeindruckenden Tieraufnahmen entstehen …

Mein Name ist Tobias Kuhl, und ich bin eigentlich wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Bonn.

Momentan schreibe ich meine Doktorarbeit und arbeite mit halber Stelle am Institut für Psychologie. Zwei- bis dreimal pro Woche zieht es mich aber mit der Kamera raus in die Natur. Die Naturfotografie ist für mich der perfekte Ausgleich zur Arbeit.

Meine erste Spiegelreflexkamera kaufte ich mir während einer Städte-Reise nach Berlin.

Ich hatte eine kleine Kompakte dabei und war so enttäuscht von der Qualität, dass ich in den nächsten Elektromarkt ging und mir eine DSLR kaufte. Ich wollte einfach bessere Bilder machen.

Beim Fotografieren kann ich prima abschalten.

Wenn du Tiere fotografierst, musst du zwangsläufig viel und lange warten. Trotzdem musst du dich konzentrieren, denn den Moment, wenn das Tier endlich auftaucht, willst du natürlich nicht verpassen. Das Smartphone oder andere Ablenkungen sind also tabu …

Ich lege Wert auf eine hochwertige Ausrüstung.

Ich fotografiere mit der Canon EOS 5D Mark III. Die meisten Bilder entstehen mit einer lichtstarken 400-mm-Festbrennweite von Canon und dem Super-Tele-Zoom SP 150-600mm F/5-6.3 Di VC USD von Tamron. Außerdem habe ich ein sieben Kilo schweres Berlebach-Holzstativ mit einem Kopf, der bestimmt nochmals zwei Kilo wiegt – das wirft so schnell nichts um.

Das Tamron SP 150-600mm F/5-6.3 Di VC USD ist perfekt für die Natur- und Wildlife-Fotografie.

Durch den Zoom kann ich viele Motive optimal ins Bild setzen. Die Schärfeleistung ist beeindruckend, auch dank dem tollen Bildstabilisator, der mir bei Aufnahmen aus der freien Hand schon sehr gute Dienste geleistet hat.

Angefangen hat alles mit Vögeln und Eichhörnchen, ...

... die ich in der näheren Umgebung fand. Stundenlang wartete ich mit einem Freund im Tarnzelt darauf, dass sich die Tiere zeigen. Das hat mich sozusagen angefixt. Inzwischen fahre ich zum Fotografieren aber auch weiter weg. Ich war bereits mehrmals auf Helgoland und im April besuche ich einen befreundeten Fotografen auf Sardinien. Mir gefällt, dass ich durch die Fotografie viele interessante Leute kennenlerne.

Ich fotografiere fast ausschließlich in der Natur.

Zwei bis drei Mal pro Woche bin ich draußen unterwegs. Nicht immer mit der Kamera, sondern oft auch nur, um neue Plätze auszukundschaften oder nach neuen Motiven zu recherchieren.

Als Naturfotograf fühle ich mich wie ein Jäger.

Ich interessiere mich eher nicht für die echte Jagd, doch das Fotografieren von Tieren in freier Wildbahn löst bei mir einen regelrechten Jagdinstinkt aus. Wenn ich das erhoffte Foto habe, verspüre ich ein unheimliches Glücksgefühl. Auch später noch, wenn ich das Bild betrachte, freue ich mich jedesmal aufs Neue.

Ein gutes Foto ist mehr als ein reines Bilddokument.

Es geht ja nicht nur darum, einfach ein Tier zu fotografieren. Der perfekte Augenblick ist mehr als ein besonderes Ereignis. Dazu zählen auch die Wahl des richtigen Standorts und auch das Licht muss passen.

Hier sind meine 7 Tipps für Naturfotografen:

  1. Benutze ein Stativ! Wenn möglich fotografiere ich mit Stativ. Es mag zunächst unpraktisch erscheinen, immer ein Stativ bei sich zu haben und aufzubauen, doch nur so lassen sich in vielen Fällen richtig scharfe Aufnahmen machen.
  2. Bildstabilisator aktivieren – oder ausschalten! Bei Aufnahmen aus der Hand ist der Stabilisator immer aktiv. Wenn die Kamera auf einem stabilen Stativ montiert ist,schalte ich ihn allerdings aus, da die Automatik sonst versuchen könnte, Bewegungen zu kompensieren, die gar nicht vorhanden sind.
  3. Wähle eine kurze Verschlusszeit! Egal ob mit Bildstabilisator oder auf Stativ, die Verschlusszeit sollte immer möglichst kurz sein, um unschöne Verwacklungs- und Bewegungsunschärfe auszuschließen.
  4. Gehe möglichst nah ran! Selbst mit einem Super-Tele-Objektiv versuche ich immer, möglichst ganz nah am Motiv zu sein. Je größer die Aufnahmedistanz, desto größer das Risiko, dass Staub oder Flimmern in der Luft zu einem Schärfe- und Brillanz-Verlust führen.
  5. Runter auf den Boden! Für Tiere gilt das Gleiche wie für Kinder: Für packende Aufnahmen musst du dich auf Augenhöhe mit ihnen begeben. Bei wilden Tieren bedeutet das in der Regel, dass man sich mit dem Bauch in den Dreck (oder auf die Isomatte) legt.
  6. Fokussiere auf die Augen! Wenn möglich stelle immer auf die Augen scharf. Wie bei Porträts von Menschen stehen auch bei Tieraufnahmen die Augen im Fokus des Betrachters. Sie ziehen den Blick an und sollten daher im Bild absolut scharf sein.
  7. Ausatmen und auslösen! Um selbst feine Verwacklungen auszuschließen, mache ich mir eine Technik von Scharfschützen zunutze: Ich drücke am Ende des Ausatmens auf den Auslöser. In diesem Moment ist der Körper ganz ruhig, sodass sich kein unwillkürliches Zittern auf die Kamera übertragen kann.

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