Schon gewusst? Die Camera obscura ist noch heute aktuell

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Schon gewusst? Die Camera obscura ist noch heute aktuell

Moderne Kameras, selbst High-End-DSLRs, sind physikalisch nicht mehr als eine Weiterentwicklung der Camera obscura. Und schon die alten Griechen kannten diese optische Spielerei.
Der Begiff “Camera obscura" geht auf das Lateinische zurück und bedeutet so viel wie "dunkle Kammer", womit das Funktionsprinzip bereits hinreichend erklärt ist: Fällt Licht eines Objekts durch ein kleines Loch in eine dunkle Kiste, wird auf deren Rückwand eine Projektion des Objekts sichtbar. Möglich wird das durch die Bündelung der vom Objekt ausgehenden Lichtstrahlen, wodurch das Bild auf der Rückwand der Kiste nicht nur auf dem Kopf steht, sondern auch seitenverkehrt wiedergegeben wird.
Das menschliche Auge funktioniert nach dem gleichen Prinzip: Der Augapfel ist die dunkle Kammer, die Pupille das kleine Loch, die Netzhaut die Rückwand. Das Bild ist in seiner normalen Form jedoch zunächst unscharf, daher entwickelte die Natur im Lauf der Evolution die hochflexible Linse, die sich hinter der Pupille befindet: Diese bündelt das Licht, erlaubt die Fokussierung und dem Menschen damit das scharfe Sehen. Die optischen Signale kommen beim Menschen übrigens immer noch seitenverkehrt auf der Netzhaut an – Säuglinge sehen alles "verkehrt herum", was jedoch schnell vom Gehirn korrigiert wird.

Hochwertige Optik für brillante Bilder

Auch bei der Camera obscura und nicht zuletzt jedem Fotoapparat sorgt erst der Einbau einer Glaslinse, die die Lichtstrahlen bündelt, für ein scharfes Bild. Je hochwertiger dieses optische System, desto brillanter erscheint die Abbildung.
Für eine präzise Fokussierung und maximale Schärfe muss entweder die Kamera oder ihr Motiv in den Brennpunkt der Linse verschoben werden, der seinerseits von der verwendeten Brennweite abhängt. Die Linse im menschlichen Auge ist flexibel und kann den Fokuspunkt durch Muskelkraft selbstständig verschieben, eine Camera obscura benötigt eine auf der Längsachse verschiebbare Linse – ein Objektiv. Tauscht man nun noch die Rückwand der Camera obscura durch einen Film oder einen Bildsensor aus, erhält man einen einfachen Fotoapparat. Hält man sich dieses Prinzip und die heute gängige Bildqualität vor Augen, wird schnell klar, welche große Entwicklungsleistung inzwischen in jeder Kamera und auch in jedem einzelnen Objektiv steckt.

Funktionsprinzip einer einfachen Kamera (Camera obscura). Durch eine Glaslinse wird die Abbildungsqualität gesteigert. Ein hochwertiges Objektiv, das aus einem komplexen Linsensystem besteht, ermöglicht brillante Bilder.

Illustration: Fouad A. Saad/Shutterstock.com

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