Dreiecksregel: Bilder klassisch komponieren

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Objekte im Foto spannender anordnen

Dreiecksregel: Bilder klassisch komponieren

Nein, hier geht es nicht um eine Fußballaufstellung oder um abenteuerliche Beziehungskisten: Bei der Dreiecksregel handelt sich um eine klassische Gestaltungsregel in der Malerei und der Fotografie. Die zeitlose Regel besagt, dass in einem Bild das Hauptmotiv ein Dreieck aufspannen sollte. Der Grund: Eine solche Anordnung strahlt Ruhe aus und die Symmetrie vermittelt Klarheit und Harmonie.

Ruhe und Harmonie

Bereits historische Künstler der Renaissance nutzten diese Form der Bildgestaltung für ihre Arbeiten, etwa für die Darstellung religiöser Bilder, Stillleben oder Portraits. Ein sehr schönes Beispiel ist das Gemälde „Italia und Germania“ von Friedrich Overbeck aus dem Jahre 1828. Aber nicht nur in altertümlicher Kunstmalerei entfaltet die Dreiecksregel ihre Wirkung. Auch in fotografischen Landschaftsaufnahmen können gleichmäßige Dreiecke Ruhe und Harmonie hineinbringen. Spannung und Dynamik können mit der Dreieckskomposition kaum erzeugt werden. Schließlich wirkt ein so aufgebautes Foto stabil und in sich geschlossen: Der Betrachter sieht ein in sich ruhendes Bildgefüge. Einzig Bewegungsunschärfe und schräg verlaufende Linien könnten dabei für etwas Schwung sorgen.

So geht’s in der Praxis

Wenn Sie die Theorie der Dreiecksregel in einer Fotografie Wirklichkeit werden lassen möchten, können Sie beispielsweise einen Gebirgskamm von oben links nach unten rechts verlaufen lassen. Die Dreieck-Form führt das Auge des Betrachters durch das Bild. Kein Berg in der Nähe? Kein Problem! Gebäude oder andere Architektur können mit der Dreiecksregel ebenfalls spannend fotografiert werden. Setzen Sie einfach bis zu drei einzelne Elemente in den Fokus Ihrer Aufnahme und platzieren Sie zwei der drei Punkte im goldenen Schnitt. Alle drei Punkte ergeben so ein Dreieck – die verbundenen Linien sind zwar nicht zu sehen, der Betrachter verbindet die drei fokussierten Objekte aber automatisch mit seinem inneren Auge.

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