Extremer Einsatz auf Grönland

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Extremer Einsatz auf Grönland

Fotograf Stefan Eisend testete das Tamron SP 24-70mm F/2.8 Di VC USD am Ilulissat-Eisfjord auf Herz und Nieren.

Weniger Equipment, bessere Bilder. Das ganze Jahr über ist Stefan Eisend auf Achse, um für Kunden actiongeladene Werbeaufnahmen und Magazinstrecken zu fotografieren. Doch während andere Fotografen zu solchen Aufträgen mit mehreren Alukoffern voller Kameras, Objektive und Lichtanlage anrücken, passt Eisends Ausrüstung in einen einzigen Rucksack. Als er vor Kurzem zu einer Fotoreise nach Grönland aufbrach, packte er außer der Nikon D800 und mehreren Festbrennweiten auch ein lichtstarkes Profi-Zoom ein: das Tamron SP 24-70mm F/2.8 Di VC USD.

„In Grönland wird es im Sommer niemals dunkel“, sagt Stefan Eisend. „Für Fotografen bedeutet das ideale Bedingungen. Da die Sonne in der Nähe der Polkappen immer relativ niedrig steht, ist das Licht praktisch rund um die Uhr absolut traumhaft.“

Seine Basis ist Ilulissat an der Westküste, die drittgrößte Stadt der Insel. 6.000 Menschen und 20.000 Schlittenhunde leben dort. Die größte Attraktion ist der berühmte Ilulissat-Eisfjord, der seit 2004 zum Unesco-Weltnaturerbe zählt. „Das ist eine absolut atemberaubende Kulisse. Der Fjord ist vollständig mit Eisbergen gefüllt, die vom Gletscher Sermeq Kujalleq stammen. Jeden Tag schieben sich da gewaltige Mengen Eis vorbei.“

Bewährungstest bei Blende 2,8

Welche besonderen Herausforderungen stellen sich einem Fotografen in Grönland? „Hier ist es auch im Sommer mit gut zehn Grad Celsius relativ kühl. Durch das weiße Eis sind die Kontraste sehr hoch. Wenn ich mit der Belichtungsautomatik fotografieren würde, wären die meisten Bilder unterbelichtet. Ich stelle Blende und Verschlusszeit daher – übrigens nicht nur in Grönland – immer manuell ein. So habe ich die volle Kontrolle über alle Belichtungsparameter. Ich belichte auf die Lichter, um ein Ausfressen der Details in den hellen Bildbereichen zu verhindern.“

Fast alle Aufnahmen in Grönland sind mit voll geöffneter 2,8er Blende entstanden. Warum? „Zum einen fotografiere ich gern mit geringer Schärfentiefe. Ich liebe die Tiefenwirkung, die durch die Unschärfe im Vordergrund und Hintergrund entsteht“, sagt Stefan Eisend. „Durch die annähernd kreisrunde Blendenöffnung ergibt sich ein sehr weiches Bokeh. Zum anderen wollte ich das Tamron-Zoom wirklich auf Herz und Nieren überprüfen. Und das Fotografieren bei Offenblende gilt ja gemeinhin als Bewährungstest für die optische Qualität eines Objektivs. Umso überraschter war ich, dass das 24-70mm selbst bei f/2,8 an einer extrem hochauflösenden Vollformatkamera wie der Nikon D800 eine hervorragende Bildschärfe aufweist – im Weitwinkel wie im Tele.“

Die Ausrüstung

Stefan Eisend fotografierte in Grönland hauptsächlich mit einer Nikon D800 mit hoher 36 MP Auflösung. Viele seiner Auftragsarbeiten entstehen mit den Festbrennweiten 28mm oder 300mm. Um flexibler zu sein, hatte er in Grönland das Tamron SP 24-70mm F/2.8 Di VC USD dabei. Ihm gefällt, wie scharf es bei voll geöffneter Blende ist. Außerdem nutzt er immer Lexar Professional CF-Speicherkarten.

5 Profi-Tipps von Stefan Eisend

  1. Weniger ist mehr. Belaste dich nicht mit zu viel Equipment. Wähle zwei bis drei Objektive und arbeite damit.
  2. Lerne dein Equipment kennen. Finde heraus, bei welcher Blende, dein Objektiv die beste Abbildungsqualität erreicht.
  3. Nutzen feste Brennweiten-Werte. Sammle Erfahrungswerte, orientiere dich auch bei Zoomobjektiven bewusst an den Brennweiten-Markierungen.
  4. Belichte immer manuell. Nur so hast du einen echten Lerneffekt und wirst das Licht mit der Zeit immer besser verstehen.
  5. Denke über das Motiv nach. Mach dir vorab Gedanken, was genau du mit einer Aufnahme überhaupt ausdrücken willst.

Über den Autor: Stefan Eisend

Stefan Eisend arbeitet als freier Fotograf in München. Bevor er 1995 sein Hobby zum Beruf machte, war er als Verlagsmanager tätig. Mit ausgefallenen Bildideen machte er sich schnell einen Namen in der Trendsport- und Outdoorszene. Heute ist er regelmäßig für Kunden, wie Adidas, Audi, Powerbar, Radon Bikes, The North Face, im Einsatz. www.sportfoto.de

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